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Im Jahre 1874 erging der Auftrag des Bezirksamtes München-Land an die Gemeinden, Freiwillige Feuerwehren zu
gründen.
Der Ortsvorsteher (so hieß damals der Bürgermeister) der damaligen Gemeinde Kirchtrudering, Josef Zehetmair,
warb dann in der aus den Ortschaften Straß- und Kirchtrudering bestehenden Gemeinde bei den Bauern und
Handwerksmeistern eine Mannschaft, die bereit war, Haus und Hof gegen Feuersgefahr zu schützen und auch
nachbarliche Löschhilfe zu leisten.
Der erste Kommandant war der Ökonom Kaspar Oberhuber, der 1873 als Korporal der Artillerie mit der
Besatzungsarmee aus Frankreich zurückgekehrt war. Sein späterer Nachfolger war dann der Schäfflermeister
Georg Weiß sen.
Als erste Löschgeräte wurden eine Leiter mit Stützstangen, eine kleine Handpumpe und eine Anzahl Ledereimer
beschafft. Nach und nach erfolgte die Beschaffung von Messinghelmen und Leibriemen. Als Uniform trug man eine
graue Lodenjoppe mit schwarzem Samtkragen und abknöpfbaren Schulterklappen mit eingesticktem „T“, was
Trudering bedeutete. Die Joppe konnte dann auch für den sonntäglichen Ausgang benutzt werden, die „Chargen“
trugen je nach Ranghöhe Sterne am Kragen, der Kommandant dazu auf dem Helm einen weißen, der Adjudant
einen roten und die Zugführer einen schwarzen Roßhaarbusch.
Die Alarmierung erfolgte durch Feuerreiter und Hornisten. Auf Tafeln in den drei bestehenden Gastwirtschaften
waren die jeweiligen Dienste, wie Spritzenfahrdienst usw. wechselweise aufgeschrieben.
Ende der 80er Jahre wurde eine pferdebespannte Saug- und Druckspritze von der Fa. Kirchmair beschafft, die bis
zur 1932 erfolgten Einverleibung nach München ihren Dienst leistete.
Im Jahre 1900 wurde das 25-jährige Bestehen der Wehr gebührend
gefeiert. Kommandant war der Schmiedemeister Josef
Westermeier, der die Wehr von 1881 bis 1906 zielbewußt führte,
wobei ihm sein großes Ansehen, bei der meist aus Bauern,
Gärtnern und Handwerksmeistern bestehenden Einwohnerschaft
sehr zustatten kam. Adjudant war der Sattlermeister Martin Huber,
Schriftführer und Kassier Wagnermeister Martin Brod, Sanitäter der
approbierte Bader Bernhard Mayer. Vorstand war der jeweilige
Bürgermeister, damals Thomas Hauser.
Ehrenmitglieder waren der Pfarrherr Michael Ruppaner und der um
die Gemeinde hochverdiente Hauptlehrer Ignaz Lachenmeyer,
dessen Gemahlin die bis heute noch „im Dienst“ befindliche
Standarte stickte, die 1900 enthüllt wurde. 50 Jahre lang trug der
Ökonom Simon Westermeir die Standarte bei festlichen Anlässen,
ebenso im Brandfalle die Brandfahne mit der roten Laterne, als dem
jeweiligen Standort des Kommandanten. Nicht unerwähnt sollen die damaligen gedienten Hornisten Lorenz
Brandhofer, Max Seidl und Josef Göttler bleiben, die ihre Signalhörner vorzüglich beherrschten.
Nach dem Ausscheiden des langjährigen Kommandanten Westermeir im Jahre 1906 erfolgte ein öfterer Wechsel
im Kommando der Wehr. Der Reihe nach waren Kommandanten Andreas Empl sen., Josef Schweinhuber sen.,
Franz Kraft und Franz Böltl bis zum Ausbruch des Krieges 1914.
Von den 32 Mann der Wehr fielen für die Heimat:
Kommandant Franz Böltl, Adjudant Josef Oberhuber und die Wehrmänner Georg Weiß, Anton Böltl, Josef Fischer,
Hans Kießlinger, Martin Hagn und Josef Kastner. Ehre Ihrem Andenken!
Im Jahre 1912 hatte Trudering unter dem fortschrittlichen Bürgermeister Max Oberhuber, unterstützt von
weitschauenden Gemeindebürgern, welche die Garantiesumme aufbrachten, eine hervorragende Wasserleitung
mit einem gut ausgebauten Hydrantennetz erhalten. Ein wesentlicher Fortschritt für die Brandbekämpfung!
Nach Entlassung des Landsturmjahrganges 1871 im Jahre 1915, dem der verdiente Kommandant Kaspar Reiser
angehörte, stellte sich dieser, sowie die alten Kammeraden Martin Brod, Martin Huber und andere wieder zur
Verfügung. Sie stellten mit jungen ungedienten Männern eine Wehr zusammen, die sich sehen lassen konnte. Sie
nahm sogar an einem „Gautag“ 1916 in Perlach, vor Landrat Bauer teil. Kaspar Reiser hat in fast 50-jähriger
Dienstzeit in allen Dienstgraden das Beste geleistet und wirkte noch im hohen Alter mit regem Interesse und Rat
und Tat beispielhaft.
Nach Rückkehr der Krieger aus dem Felde wurde im Frühjahr 1919 die Wehr wieder aufgebaut, wobei sich die
Kameraden Georg Westermeir als Kommandant und als Adjudant Mathias Reiser besonders verdient machten.
Nachdem sich sogar wohlhabende Bürger weigerten, als fördernde Mitglieder einen Jahresbeitrag von 4
Reichsmark zu leisten, wurde auch eine Pflichtfeuerwehr gebildet. Diese Einrichtung brachte mehr Arbeit, Ärger
und Unfrieden, als die Sache wert war, weshalb 1921deren Auflösung erfolgte. Inzwischen hatten sich in den
Ortsteilen Waldtrudering und Michaeliburg Löschgruppen gebildet, was eine wertvolle Ergänzung für den
Feuerschutz der Gemeinde bedeutete.
Im Jahre 1921 wurden Lorenz Brandhofer zum Kommandanten und Max Eckstein zum Adjudanten gewählt.
Letzterer wurde 1923 Kommandant und führte die Wehr, bestens unterstützt vom Adjudanten Mathias Reiser, bis
1946, wo er nach 5-jährigem Kriegseinsatz in der Luftschutzpolizei und Wiedererrichtung der Löschgruppe 16
ausschied.
Im Jahre 1923 erhielt die Wehr eine sehr brauchbare Magirusleiter. Zwei Jahre später, 1925, konnte das 50-jährige
Bestehen bei herrlichem Wetter gefeiert werden, wobei die auf 40 aktive Mitglieder angewachsene Wehr in einer
gut gelungenen Schul- und Angriffsübung ihr Können vor den zahlreichen Festteilnehmern zeigen konnte. Der
Gemeinderat Trudering hatte zum 50-jährigen Bestehen eine Alarmsirene gestiftet, die um 4 Uhr morgens vor dem
musikalischen Wecken die Einwohner aus den Betten hob. Es muß hier anerkannt werden, daß der damalige
Gemeinderat mit Bürgermeister Keller die Wehr in jeder Weise förderte. Der Vorstand der Wehr und Gemeinderat
Andreas Empl trat stets und unermüdlich in dankenswerter Weise für die Belange der Freiwilligen Feuerwehr ein.
Der Gründer der Wehr, der inzwischen zum „Steffelvater“ gewordene Josef Zehetmair, der erste Kommandant
Kaspar Oberhuber und die ältesten Mitglieder konnten nochmals in voller Rüstigkeit am 50-jährigen Gründungsfest
teilnehmen.
In den Jahren 1927 und 1928 war in Trudering und Riem ein Brandstifter am Werk, der verschiedene Großbrände
verursachte. Die Wehr konnte dabei ihr Können beweisen – bestens unterstützt von den Löschgruppen
Waldtrudering und Michaeliburg. Auch die Abteilungen 5 (Haidhausen) und 12 (Daglfing) der Freiwilligen Feuerwehr
München leisteten hervorragende Löschhilfe. Der Brandstifter konnte ermittelt und hinter Zuchthausmauern für
lange Zeit unschädlich gemacht werden.
Im Jahre 1932 wurde Trudering in die Landeshauptstadt München
eingemeindet. Die Truderinger Feuerwehr wurde Abteilung 16,
Michaeliburg Abteilung 17 und Waldtrudering Abteilung 18
innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr München.
Abteilungskommandant der Abteilung 16 blieb Max Eckstein.
Im Hinblick auf Gerätebeschaffung wurde die neue Abteilung 16
seitens der Branddirektion hervorragend unterstützt. Nach der
Errichtung des Gerätehauses – von den Truderinger Kameraden in
freiwilliger Arbeit erstellt – erhielt die Abteilung 16 das erste,
allerdings noch pferdebespannte Motorlöschgerät.
Am 7. Mai 1933 fand auf der Theresienwiese erstmals der
Florianstag statt. An diesem Tag wurde den Münchnern der Stand
ihrer Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren vorgeführt. Sämtliche
Geräte, einschließlich der neuen 45 Meter hohen Motor-Stahlleiter waren aufgefahren. Eine imposante Schau mit
Vorführungen von Schaumlöschgerät usw. wußte die Münchener Bevölkerung von der Vorzüglichkeit ihrer
Löscheinrichtungen zu begeistern. Die Truderinger kamen mit ihrer Motorspritze, bespannt mit zwei prächtigen
Fuchsen des Vorstands Empl, als noch halbländliche Feuerwehr mit ihren Messinghelmen bei der abschließenden
Vorbeifahrt gegenüber den bereits motorisierten Abteilungen etwas ins Hintertreffen. Sie wurden aber vom
Publikum begeistert beklatscht, als das messingblitzende Löschgerät, gezogen von den prächtigen Pferden mit
hochgeworfenen Köpfen vorbeikam. Auch hatte Trudering auf das Signal „Wasser marsch“ den ersten Strahl
geliefert – zum Ärger eines alten „gewiegten“ Kommandanten, der die Truderinger Wehr in ihren Messinghelmen so
halb und halb als „Gscherte“ ansah.
1934 bekam Trudering dann ein automobiles Löschgerät, System Saurer. Kamerad Franz Böck war der erste
Fahrer.
Beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde der Großteil der Wehrmänner zur Wehrmacht und Luftschutzpolizei
einberufen. Alte Kameraden und auch fast der gesamte junge Nachwuchs, der die altgedienten Wehrmänner
ablösen sollte, sah die Heimat nicht wieder. Es gäbe viel zu erzählen über die Einsätze während der Kriegsjahre –
auch über die der Landfeuerwehren, die bei Nacht und Nebel nach den schweren Bombenangriffen zum Schutz der
Landeshauptstadt von Nah und Fern, selbst bis von den Landesgrenzen, herbeieilten. Oft schlecht verpflegt, und
auch manchmal wegen ihrer Ausrüstung von Spöttern mitleidig belächelt, standen sie den Münchener Wehren willig
und wirksam zur Seite.
Beim Einmarsch der Amerikaner am 01.05.1945 wurden von diesen drei Löschfahrzeuge zerstört. Den Inhalt der
Fahrzeuge plünderten die hier stationierten Ukrainer und leider auch die deutsche Bevölkerung. Als die Amerikaner
dann doch einsahen, daß eine Feuerwehr notwendig ist, bemühten sie sich um den Wiederaufbau der
Feuerwehren und leisteten mit ihren Feuerwehrbrigaden bei Feuer- und Wasserkatastrophen großzügig Hilfe.
Zum Wiederaufbau der Löschgruppe stellte die Städtische Branddirektion sofort wieder ein vorzügliches
Löschgerät zur Verfügung. Schwieriger war es, wieder eine Mannschaft für den Feuerwehrdienst zu gewinnen.
Durch Werbung von Haus zu Haus gelang es dem seitherigen Kommandanten Eckstein, vorerst eine
Fahrzeugbesatzung aufzustellen. Die Kameraden Lorenz Guggenberger, Simon Lenz und Valentin Bauer mit 40-
jähriger Dienstzeit stellten sich nochmals zur Verfügung und traten erst wieder zurück, als die Löschgruppe wieder
auf festen Beinen stand. Hochachtung vor dieser Leistung.
1946 trat der Löschgruppenführer Eckstein wegen Erkrankung zurück und Wilhelm Böck wurde zum Nachfolger
gewählt. Durch seine unermüdliche Arbeit an der Truderinger Wehr
hatte diese bald wieder eine Mannschaftsstärke von 26 Mann.
Im Juli 1955 wurde das 80-jährige Gründungsfest mit einem Jahr
Verspätung gebührend gefeiert. Bei schönem Wetter wurde unter
Leitung von Löschmeister Konold eine Schauübung abgehalten,
bei der auch die Löschgruppen Riem und Michaeliburg mitwirkten.
Daß auf eine Freiwillige Feuerwehr einer Millionenstadt immer
größere Aufgaben zukommen, bewies sich in den Fünfziger-Jahren
wiederholt durch Einsätze bei Großbränden und Katastrophen.
Im Mai 1962 wurde der damaligen Löschgruppe Trudering ein
modernes Löschfahrzeug (Bayern-Typ) übergeben. Kurze Zeit
zuvor (März 1962) wurde Kamerad Hans Bauer jun. zum
stellvertretenden Löschgruppenführer gewählt.
Rechtzeitig und gewissenhaft wurden die Vorbereitungen für das 90-jährige Gründungsfest in Angriff genommen.
Ein musikalischer Weckruf scheuchte die Truderinger am 19. Juli 1964 aus den Federn. Bei herrlichem Festwetter
umsäumten Hunderte den herrlich geschmückten Altar in Kirchtrudering, an dem der Geistliche Rat Lorenz Huber
eine Feldmesse zelebrierte und anschließend die neue Fahne weihte, die sich die Truderinger Feuerwehrmänner
schon lange gewünscht hatten und deren Beschaffung durch die Spendenfreudigkeit der Bevölkerung und nicht
zuletzt durch ein Benefiz-Fußballspiel der jungen Feuerwehrmänner gegen die Kameraden des Schützenvereins
„Gemütlichkeit“ ermöglicht wurde. Die Fahnenmutter Leni Falterer übergab die Fahne dem Fähnrich Hans Falterer
jun. und der Patenverein, die Löschgruppe Riem, überreichte ein Erinnerungsband. Nach einer Ehrung der
verstorbenen und gefallenen Kameraden am Kriegerdenkmal, formierte sich ein langer Festzug und zog begleitet
vom klingenden Spiel dreier Kapellen durch das Spalier tausender, fröhlich winkender Zuschauer. Unter den
schattigen Kastanien des Obermaier-Gartens wurde anschließend kräftig gefeiert.
In den Jahren danach wurde ein neuer Ausbildungsmodus erarbeitet und der Ausbildungsstand wesentlich
gehoben. Die Einsatzkraft der Löschgruppe erhöhte sich und eine ganze Anzahl junger Truderinger trat der Wehr
bei und half die Lücken zu schließen, die die ausscheidenden Kameraden (Wilhelm Böck sen., sein Bruder Franz
Böck, Hans Falterer sen., Hans Bauer sen., Heinrich Steiner, Karl Pommer, Josef Kotter) durch Erreichen der
Altersgrenze hinterließen. Guten Gewissens konnte so Wilhelm Böck im Oktober 1968 die Führung den zum
Brandmeister ernannten Johann Bauer übertragen. Hans Ihlenfeld rückte zum stellvertretenden
Löschgruppenführer auf.
Neben einer erweiterten Aufgabenstellung brachte die Eingliederung der Freiwilligen Feuerwehren in den
Katastrophenschutz auch die Zuteilung von drei neuen Einsatzfahrzeugen der Typen TLF 16, LF 16 TS und SKW
(jeweils Magirus Mercur 125 A). Die Abteilung Trudering wurde innerhalb des Katastrophenschutzes aufgrund der
leistungsstarken Wasserfördergeräte und Schläuche zum Wasserversorgungszug und wurde in den
darauffolgenden Jahren auch zu überörtlichen Bränden, bei denen eine mangelnde Wasserversorgung
vorherrschte immer wieder angefordert.
Zudem wurde im TLF 16 ein Funkgerät installiert und die stille Alarmierung mittels Funkalarm-Empfängern
eingeführt. Die Löschgruppe Trudering war eine der ersten in München, die durch eine Stiftung mit 20
Funkalarmempfängern ausgerüstet wurde. Seitdem bekommen es die Truderinger Bürger kaum noch mit, wenn
ihre Wehr nachts ausrückt um Hilfe zu leisten.
Schon zu dieser Zeit waren die Kameraden ausnahmslos in Erster Hilfe und überwiegend in schwerem Atemschutz
ausgebildet. Alle Kameraden erwarben das Feuerwehrleistungsabzeichen, dessen Prüfung seit dem alle zwei
Jahre abgehalten wird.
Bei der 1200-Jahr-Feier Truderings im Mai 1972 wirkten sämtliche Ortsvereine zusammen, um der Heimat eine
gebührliche Reverenz zu erweisen. Die Truderinger Feuerwehr war als älteste Ortsvereinigung maßgeblich bei der
Vorbereitung und Durchführung beteiligt und überzeugte in einer Sonderschau mit der Sanitätskolonne Trudering
des Roten Kreuzes die Bevölkerung von großer Einsatzstärke.
Die Olympischen Spiele im Sommer 1972 wiesen der damaligen Löschgruppe Trudering ebenfalls wichtige
Aufgaben zu und nach den 16 Tagen, die so schön begonnen hatten und durch den Überfall arabischer Terroristen
auf die Olympiamannschaft Israels eine negative Wende nahmen, addierten sich 76 zusätzliche Einsatzstunden.
Im Dezember 1972 als die Mütterberatung aus ihren Diensträumen in der Truderingerstraße 288 auszog, erhielt die
Feuerwehr diese als Unterrichts- bzw. Büroraum zugeteilt. In Eigenleistung wurden die Räume umgebaut und
eingerichtet. Das Mobilar dazu lieferte die Städtische Branddirektion. Obwohl eigentlich alle Voraussetzungen für
den wirksamen Einsatz der Wehr erfüllt waren, litt die damalige Löschgruppe unter der örtlich getrennten
Unterbringung der Einsatzfahrzeuge außerordentlich. Die Abstellräume lagen sowohl in Straßtrudering
(Truderingerstraße 288) als auch in Kirchtrudering (Kirchtruderingerstraße 11).
Ab dem 7. Juni 1974 feierte ganz Trudering drei Tage lang das 100-jährige Gründungsfest der Freiwilligen
Feuerwehr u.a. mit einem Festabend mit bekannten Künstlern
(Maria und Margot Hellwig, Bally Prell, Peter Neu) und einem
würdigen Zeltgottesdienst, gehalten vom Geistlichen Rat Lorenz
Huber. Im Anschluß folgte ein Festzug mit Ehrenkutschen, fünf
Musikkapellen und zahlreichen Vereinen aus Nah und Fern.
Am 1. September 1975 beendete der Stellvertretende
Abteilungsführer Johann Ihlenfeld seinen aktiven
Feuerwehrdienst. Sein Nachfolger als Stellvertretender
Abteilungführer wurde zum 1. Januar 1976 Rudolf Ostertag.
Am 2. Februar 1980 erhielt die Abteilung Trudering ein neues
Tanklöschfahrzeug TLF 16 in Frontlenker-Bauweise. Obwohl gut
ausgerüstet, blieb ein Problem. Nachdem das TLF in der
Truderingerstraße 288 untergestellt war und das LF 16 TS sowie der SKW in der Kirchtruderingerstraße 11
untergestellt werden mußten, konnte man nie gemeinsam ausrücken. Diese Situation verbesserte sich durch das
Neubauprogramm der Stadt München für 10 Gerätehäuser. Nach fast zweijähriger Verzögerung aufgrund eines
Einspruches aus der Nachbarschaft konnte endlich im Mai 1981 mit den Bauarbeiten auf dem Grundstück
Truderingerstraße 290 begonnen werden. Am 1. April 1982 konnte Richtfest gefeiert werden und Mitte Dezember
1982 konnten bereits die Feuerwehrfahrzeuge in der neuen Fahrzeughalle untergestellt werden, wenn auch zu
diesem Zeitpunkt der Hof noch nicht befestigt war.
Fast gleichzeitig mit dem Einzug in die neue Fahrzeughalle wurde am 17.12.1982 das in die Jahre gekommene LF
16 TS durch ein neues städtisches Löschgruppenfahrzeug des Typs LF 8 (Mercedes – Magirus) ersetzt.
An der Feier zur 50-jährigen Eingemeindung zur Landeshauptstadt München am 23.Mai 1982 nahm die Abteilung
Trudering mit einer pferdebespannten Druckspritze und modernen Löschfahrzeugen an dem großen Festzug teil.
Am 27. August 1983 war es dann endlich soweit. Das derzeitige Feuerwehrhaus in der Truderingerstraße 290 war
komplett fertiggestellt und Bürgermeister Gittel konnte die
Gebäude übergeben. Gemeinsam mit den Münchener Stadträten,
den Vertretern der Berufsfeuerwehr und der Bevölkerung feierten
die Kameraden die kirchlich ökumenische Einweihung durch den
Geistlichen Rat Herbert Kellermann und den Pfarrer Wagner.
Aufgrund des neuen Bayerischen Feuerwehrgesetzes mußte der
Dienstbetrieb vom Vereinsbetrieb getrennt werden. Deswegen
haben die Kameraden der Wehr am 27. November 1983 den
Verein „Freunde der Freiwilligen Feuerwehr Trudering von 1874
e.V.“ gegründet.
Dieser gemeinnützige Verein hat den Zweck die Truderinger
Feuerwehr zu unterstützen und die Bevölkerung über
Brandgefahr aufzuklären. Als Vorsitzender fungierte Heinrich
Bode, der mit großem Engagement den Verein führte, unterstützt vom damaligen Abteilungsführer Johann Bauer
und Wilhelm Böck als Stellvertreter.
Mit die erste Tätigkeit des neuen Vereins war die Ausrichtung des Festes zum 110-jährigen Bestehen der
Truderinger Feuerwehr. Ein akribisch arbeitender Festausschuß plante vorausschauend und alle Kameraden halfen
mit ein mehrtägiges Feuerwehrfest durchzuführen.
Bereits am Freitagabend wurde im Bierzelt an der Wasserburger Landstraße bei der Durchführung der Miss-
München-Wahl tatkräftig mitgeholfen. Am Samstag fand dann ein großer Festabend mit bekannten Künstlern aus
Funk und Fernsehen statt und am Sonntag dem 27.Mai 1984 gipfelte das Fest mit einem feierlichem
Zeltgottesdienst und einem großen Festzug durch Trudering, an dem über 60 Vereine teilnahmen.
Aber die Truderinger Feuerwehrmänner wußten nicht nur zu feiern. Resultierend aus unermüdlichen Schulungen,
häufigen Übungen und auch verschiedenen Lehrgängen bei der Münchener Berufsfeuerwehr, der Bayerischen
Feuerwehrschule und auch anderen Organisationen, waren sie auch in der Lage Leistungen zu vollbringen.
So konnten sie neben den vielen anderen Einsätzen dieser Zeit auch nach dem großen Hagelunwetter am 12.Juli
1984 der kräftig gebeutelten Münchener Bevölkerung tatkräftig zur Seite stehen und durch ihre selbstlose Weise in
vielen Arbeits- und Einsatzstunden große Not mindern und Schlimmeres vermeiden. Der Ersteinsatz am 12. Juli
1984 zog sich über 36 Einsatzstunden hinweg und erst als Wehren aus den Umlandgemeinden eintrafen,
kümmerten sich die Truderinger Wehrmänner um ihre eigenen Häuser und Wohnungen, die zum Teil unter Wasser
standen oder deren Dächer abgedeckt waren. Nach kurzer Ruhepause wurde in der darauffolgenden Woche der
Truderinger Bevölkerung weiter zur Seite gestanden und unzählige Dächer abgedichtet oder ganze Häuser mit
einer Planenkonstruktion zugedeckt, da zu diesem Zeitpunkt keine Dachziegel mehr aufzutreiben waren und viele
Häuser wochenlang ohne intaktem Dach waren. Die Glaser und Dachdecker kamen mit der Arbeit nicht mehr nach
und so dauerte es Wochen und Monate bis alle Schäden behoben waren.
Am 5. Mai 1985 stand die Truderinger Feuerwehr der Abteilung Oberföhring als Pate bei der Standartenweihe mit
115-jährigem Gründungsfest zur Verfügung. Bei dem vorangegangenem Patenbitten mußte nach altem
überlieferten Brauch der Abteilungsführer von Oberföhring, Willi Wehr, sein Stellvertreter Wolfgang Schlierf, sowie
der Vorstand Fritz Schlierf auf einem langen Holzscheit kniend um die Patenschaft bitten, die natürlich von der
Truderinger Feuerwehr nach Aushandlung des „Preises“ in Form von Brotzeit und Bier und Prüfung auf
Standfestigkeit der Bittsteller, gerne übernommen wurde.
Auf der Weihnachtsfeier 1985 wurden die verdienten Kameraden Franz Böck senior und Hans Falterer senior zu
Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt. Zum 31.Dezember 1985 beendete der Stellvertretende Abteilungführer
Rudolf Ostertag seinen aktiven Feuerwehrdienst. Nachfolger wurde ab 1. Juli 1986 Heinrich Bode.
Die Truderinger Wehrmänner zeichneten sich in den 80er und frühen 90er Jahren durch Präsenz bei
gesellschaftlichen Anlässen und auch durch ständige
Einsatzbereitschaft aus. Aufgeführt sollen hier nur die Großbrände
am Rappenweg oder der Einsatz beim Brand des Münchener
Hofbräukellers am 6.April 1987 sein. Negativ ging auch der Absturz
eines Flugzeuges am 11. August 1987 in ein Fast-Food-Restaurant
und einem Linienbus an der Wasserburger Landstraße in die
Geschichte der Abteilung Trudering ein. Bei diesem Unglück
fanden 9 Personen den Tod und 15 Menschen wurde zum Teil
schwerst verletzt. Auch hier standen die Truderinger
Feuerwehrmänner ihren Mann und löschten zusammen mit der
Flughafenfeuerwehr und der Berufsfeuerwehr den ausgedehnten
Brand, versorgten Verletzte und bargen die Toten.
Zum 1. Januar 1988 übernahm der damalige Stellvertretende
Abteilungsführer Heinrich Bode die Führung des Bereichs Ost 1 der Freiwilligen Feuerwehr München (Abteilungen
Riem, Trudering, Oberföhring). Sein Nachfolger als Stellvertretender Abteilungsführer wurde ab 1. Juli 1988 Hans
Klebl.
Wegen Erreichen der Altersgrenze mußte Löschmeister Valentin Huber mit Ablauf November 1988 seinen aktiven
Feuerwehrdienst beenden. Valentin Huber wurde mit einem gebührenden Fest verabschiedet.
Am 10. Febraur 1989 bekam die Abteilung Trudering ein weiteres Löschfahrzeug LF 16 TS (IVECO) vom
Katastrophenschutz zugeteilt. Die Abteilung Trudering verfügt von nun an über vier Feuerwehrfahrzeuge.
Bei einem weiteren Flugzeugabsturz in der Hella von-Westarp-Straße mußte am 12.05.1989 erneut Hilfe geleistet
werden. Bei diesem Unglück fanden vier Menschen den Tod und ein Truderinger Wohnhaus wurde schwer
beschädigt.
Auch bei den Frühjahrsstürmen der Jahre 1990 und 1991 (Die Stürme hatten die Namen Vivien und Wiebke) zeigte
es sich ganz deutlich, daß die Tätigkeit der Feuerwehrmänner sich nicht nur auf die Brandbekämpfung beschränkt,
sondern immer vielfältigere Aufgaben bewältigt werden müssen. Die Truderinger Wehr war dafür bestens gerüstet
und so konnte, nach verdienstvoller 40-jähriger Dienstzeit, Johann Bauer am 1. Juli 1990 das Kommando über die
Truderinger Abteilung an seinen Stellvertreter Hans Klebl übergeben, unter dessen Führung die aktive Mannschaft
noch heute arbeitet. Zum Stellvertretenden Abteilungsführer wurde Günter Mertl ernannt.
Im März 1991 wurde auf Initiative der Abteilung Trudering die Jugendgruppe Ost 1 der Freiwilligen Feuerwehr
München gegründet. In der Jugendgruppe werden 14 – 18jährige Jugendliche aus den Abteilungen Trudering,
Oberföhring und Riem gemeinsam durch Unterrichte, Übungen, Ausflüge und Feuerwehrveranstaltungen
ausgebildet. Die Jugendgruppe war die dritte Jugendgruppe innerhalb der Freiweilligen Feuerwehr München.
Anfangs gehörten dieser Jugendgruppe ausschließlich Jugendliche der Abteilung Trudering an.
Das Vereinsleben war und ist sehr aktiv. Jährliche Ausflüge, Faschingsbälle, Grillfeste, Weihnachtsfeiern, der Tag
der Offenen Tür und Besuche bei anderen Feuerwehrfesten zeugen davon. Am 24. September 1988 löste Franz
Ausschlager den stets sehr aktiv um die Vereinsbelange bemühten Heinrich Bode ab und wirkte bis zu den
Neuwahlen am 21. März 1991, wo Hans Falterer jun. in bewährter Weise die Tätigkeit des Vereinsvorsitzenden
übernahm.
Am 9. Dezember 1989 verstarb unser Ehrenmitglied Franz Böck nach 49-jähriger Mitgliedschaft in der Abteilung
Trudering. Unser Franzl hatte immer ein offenes Ohr, wenn es um die Belange der Truderinger Feuerwehr ging.
Auch im hohen Alter stand er uns tatkräftig zur Seite. Ehre seinem Andenken.
Im Juni des Jahres 1991 konnte die Freiwillige Feuerwehr München mit spektakulären Feierlichkeiten auf der
Theresienwiese und dem Messegelände das 125-jährige Bestehen feiern und die Abteilung Trudering half kräftig
mit.
Zu seinem 60. Geburtstag am 2.April 1993 wurde der ehemalige Abteilungsführer Johann Bauer zum Ehrenmitglied
des Vereins ernannt.
Unser Verein hatte damals knapp 70 Mitglieder, etwas weniger als die Hälfte verrichteten aktiven Feuerwehrdienst.
Am 12. Juni 1994 feierte die Abteilung Trudering ihr 120jähriges Bestehen. In kleinem Rahmen wurde das
Jubiläum im Feuerwehrgerätehaus gefeiert. Der Gottesdienst wurde vom Geistlichen Rat Herbert Kellermann in der
Kirche St. Peter und Paul abgehalten.
Bei fröhlicher Stimmung wurden die geladenen Vereine von den Kameraden im Gerätehaus bewirtet und man
feierte bis in die späten Nachtstunden ein gelungenes Fest.
Am 20. September 1994 brach ein Linienbus am Truderinger Bahnhof aufgrund von Bauarbeiten für die U-Bahn
durch die Fahrbahndecke. Das Heck des Busses versank in einem
Krater, der durch in den Tunnelschacht nachrutschenden Kies- und
Grundwassermassen entstand. Drei Menschen fanden dabei den
Tot. 31 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Abteilung
Trudering traf als erste Einheit am Unglücksort ein und begann
sofort durch Vorbringung von Rettungsgerät mit der Rettung der im
Bus eingeschlossenen Personen. Zwei der drei Toten wurden erst
eineinhalb Jahre nach dem Unglück, nach Freigabe der Baustelle
und Fortführung der Bauarbeiten gefunden. Die Fertigstellung der
U-Bahn zur neuen Messe München verzögerte sich dadurch bis
zum 29. Mai 1999.
Nachdem der Stellvertretende Abteilungsführer Günter Mertl zum
31.12.1991 sein Amt niedergelegt hatte, war die Abteilung
Trudering fast 5 Jahre lang ohne Stellvertreter. Zum 01.09.1995 wurde schließlich Alfred Schwiebert vom
Kommando der Freiwilligen Feuerwehr München zum neuen Stellvertretenden Abteilungsführer ernannt.
Im Rahmen des neuen Fahrzeugprogramms der Münchner Feuerwehr wurde am 29. März 1996 das
Tankschlöschfahrzeug TLF 16 durch ein Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 (IVECO) ersetzt. Das Fahrzeug führt
zwar nur noch 1.200 l Wasser mit sich, dafür verfügt es aber über Rettungsschere und Rettungsspreizer sowie über
einen Sprungretter.
Am 20. März 1997 löste Günter Mertl den langjährigen Vorstand des Vereins, Hans Falterer junior ab. Als zweiter
Vorstand wurden Franz Ausschlager und als dritter Vorstand Anton Schwaiger gewählt. Schriftführer wurde Rudolf
Schwarzer. Helmut Bauer wurde als langjähriger Kassier in seinem Amt bestätigt. Zahlreiche Veranstaltungen und
die Einführung eines Kameradschaftsabends speziell für die aus dem aktiven Dienst ausgeschiedenen Kameraden,
wurden in den kommenden Jahren durchgeführt.
Nachdem der Katastrophenschutz vom Bund auf die Bundesländer übergegangen war, wurden die
Katastrophenschutzfahrzeuge neu vergeben. Für die Abteilung Trudering hatte dies zur Folge, daß im September
1996 das Löschgruppenfahrzeug LF 16 TS ersatzlos abgezogen wurde.
Im Januar 1997 wurde unser altbewährter Schlauchkraftwagen (SKW) vom Typ Magirus Mercur 125 A, Baujahr
1964, ausgemustert. Ersatzteile konnten nicht mehr beschafft werden. Das letzte Fahrzeug seiner Art im Dienste
der Freiwilligen Feuerwehr München. Bei der Ausmusterung wurde festgestellt, daß sich nicht eine Roststelle am
Fahrgestell befand. Ein Verdienst seines langjährigen Gerätewartes Helmut Heerklotz, der den Wagen seit 1966
vorbildlich pflegte.
Für den ausgesonderten SKW erhielt die Abteilung nach einer Übergangszeit, bei der der Aufbau des alten SKW
auf einen Wechsellader geschraubt wurde, einen neuen
Schlauchwagen.
Der neue SW 2000 Tr. (IVECO mit Aufbau der Fa. Odenwald)
wurde am 12. Januar 1998 der Abteilung Trudering übergeben.
Am 25. März 1999 wurde bei einer Neuwahl des Vereins der
derzeitige Abteilungsführer Hans Klebl zum Vorsitzenden gewählt.
Als stellvertretender Vorstandsvorsitzender wurde Richard Fuchs
gewählt und als dritter Vorstand Anton Schwaiger in seinem Amt
bestätigt.
Am 30. April 1999 mußte die Abteilung Trudering ein „trauriges“
Fest feiern. Die langjährigen Kameraden Lothar Schwiebert und
Helmut Heerklotz, die jahrzehntelang in aufopferungsvoller Weise
Feuerwehrdienst geleistet haben, wurden nach 36 bzw. 33 jähriger aktiver Dienstzeit aus Altersgründen in den
Ruhestand verabschiedet. Sie wurden ein Jahr später zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt.
Zu erwähnen bleibt noch, daß die Abteilung Trudering als die Abteilung gilt, die nach dem Krieg die meisten
Katastrophen in ihrem Ausrückegebiet zu bewältigen hatte.
Hagelunwetter, Flugzeugabstürze, Stürme mit zum Teil
verheerenden Ausmaßen, das Busunglück vom Truderinger
Bahnhof, bei dem aufgrund der U-Bahn Bauarbeiten ein Bus durch
die Fahrbahndecke brach und in den so entstandenen Krater
stürzte. Dabei wurden 3 Personen getötet und über 30 zum Teil
schwer verletzt. Zudem noch viele Großbrände, u.a. am
10.Oktober 1996 in der Truderingerstraße 306, wo die Kameraden
30 Pressluftatem-geräte benötigten und mehrmals unter
schwerem Atemschutz den Brand vom Gebäudeinneren
bekämpfen mussten, zeugen davon.
Am 25.07.1999 feierte die Abteilung Trudering ihr 125 jähriges
Bestehen. Im Zuge der Stadtteilwoche, in der alle Truderinger
Vereine im Ortskern Trudering ein Stadtteilfest feierten, beging die
Abt. Trudering ihr Jubiläum.
Aufgrund der engen räumlichen Begrenzung waren von der Freiwilligen Feuerwehren nur die Abteilungen Riem
und Oberföhrung eingeladen, die mit fast allen ihren Kameraden teilnahmen. In der Kirche St.Peter u. Paul wurde
vom Geistlichen Rat Herbert Kellermann eine Messe zelebriert, bei der die Abt. Trudering vom Pfarrer persönlich
zum Jubiläum ein Fahnenband erhielt. Nach der Messe gingen alle Teilnehmer in einem Festzug zurück zum
Gerätehaus. Die Abteilung Trudering bewirtete dort ca. 3000 Gäste mit Speisen und Getränken.Dabei wurden wir
von unseren passiven Kameraden, die bereits aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind, tatkräftig unterstützt.
Anschließend wurden unter sehr großer Anteilnahme der Bevölkerung auf der Truderinger Str. Einsatzübungen
vorgeführt. Die Größe der Veranstaltung war von den 21 aktiven Kameraden alleine nicht zu bewältigen. Deshalb
wurde zum ersten Mal die Berufsfeuerwehr München in den Ablauf mit eingebunden. Bei den Einsatzübungen, wo
z. B. die Feuerwehr im Technischen Hilfeeinsatz bei Verkehrsunfällen gezeigt wurde, wurde das Zusammenwirken
von Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr und Rettungsdienst demonstriert.
Die Berufsfeuerwehr stellte zudem für die Fahrzeugschau mehrere Sonderlöschfahrzeuge zur Verfügung. Ferner
wurde eine Drehleiter bereitgestellt, mit der jeder, der sich traute, bis auf 30 Meter Höhe fahren konnte.
An dieser Stelle sei den Feuerwachen 5, 8, 9 und 10 der BF München recht herzlich gedankt. Insbesondere dem
Leiter der Feuerwache 5, BOAR Hörner, der uns jeden Wunsch erfüllte und uns alles zur Verfügung stellte, was die
Berufsfeuerwehr zu bieten hatte, und dem Leiter der FW 8 u. 10, BOAR Just, der uns bei den Einsatzübungen
logistisch und personell tatkräftig mit seinen Mannen zur Seite stand. Unser Patenverein, die Abteilung
Oberföhring, beteiligte sich ebenfalls an den Vorführungen und demonstrierte den Zuschauern, die Gefahren im
Haushalt, wobei eine Fettexplosion mit einer ca. 10 Meter hohen Stichflamme gezeigt wurde. Insgesamt war die
Jubiläumsfeier eine sehr gelungene Veranstaltung der Abt. Trudering. Leider konnte der Abteilungsführer Hans
Klebl aufgrund einer plötzlichen, schweren Erkrankung nicht teilnehmen. Er wurde ca. 14 Tage vorher ins
Krankenhaus eingeliefert.
Da er die logistische und organisatorische Vorbereitung fast im Alleingang machte, war es nicht einfach, ihn so kurz
vor der Jubiläumsfeier zu ersetzen.
Der 2. Vorstand Richard Fuchs und der stellvertretende Abteilungsführer, Alfred Schwiebert mussten deshalb
einspringen und übernahmen die Veranstaltungsleitung und die letzten organisatorischen Maßnahmen.
Letztendlich war es aber allen, den aktiven, wie den passiven Kameraden zu verdanken, dass sie so engagiert
zusammen halfen und zusammen hielten, um dieses große Fest gelungen zu gestalten.
Am 29.03.2001 wurde eine neue Vorstandschaft gewählt. Unser junger Feuerwehrnachwuchs übernahm bei dieser
Wahl erstmals Verantwortung und so stellten sich einige junge Kameraden zur Wahl.
Erster Vorstand wurde einer von den „Jungen“, Robert Stufler.
2. Vorstand Michael Martin und 3. Vorstand Horst Metzger.
In ihren Ämtern bestätigt wurden Stefan Gammerl als Schriftführer und Max Metzger als Kassier.
Die Vorstandschaft blieb in dieser Zusammensetzung bis zum 26.03.2005 bestehen.
2002 – 2006
Jahre des Umbruchs und der Unwettereinsätze
Die Abteilung Trudering wurde in den folgenden Jahren verstärkt zu Überland-einsätzen aufgrund wetterbedingter
Katastrophen und diverse Großbrände eingesetzt.
So fuhr die Abteilung Trudering mit dem SW 2000 und dem LF16/12 im August 2002 in einem Verband, der von der
FF München zusammengestellt wurde nach Ostdeutschland in den Umkreis von Magdeburg zu einem Dammbruch
aufgrund schwerster Unwetter mit Regen und Sturm und unterstützte dort die örtlichen Feuerwehren. Es mussten
Keller ausgepumpt und Notdämme errichtet werden. Die Kameraden arbeiteten dort eine Woche unter extremen
Bedingungen und kehrten abgekämpft, aber in dem Bewusstsein der dor-tigen Bevölkerung in der Bewältigung
dieser Katastrophe beigestanden zu haben nach Trudering zurück.
Am 15.03.2002 wurde vom Kommando der FF München der bisherige stellvertretendeAbteilungsführer Alfred
Schwiebert aufgrund des Ausscheidens des bisherigen Abteilungsführers, Hans Klebl, kommissarisch zum
Abteilungsführer bestellt. Mit Wirkung 01.01.2005 übernahm Alfred Schwiebert auf Vorschlag der Bereichsführung
und Bestellung durch das Kommando der FF München offiziell das Amt des Abteilungsführers und wurde zeitgleich
zum Hauptlöschmeister ernannt.
Der Löschmeister Frank Schwabe übernahm zum 01.07.2003 inoffiziell die Aufgaben des stellvertretenden
Abteilungsführers.
Frank Schwabe wurde auf Vorschlag des Abteilungsführers Alfred Schwiebert, am 01.01.2006 vom Kommando der
FF München zum stellvertretenden Abteilungsführer ernannt. Frank Schwabe ist der „erste Zugereiste“ aus den
neuen Bundesländern (Sachsen-Anhalt), der eine Führungsposition bei der Abt. Trudering wahrnimmt.
Am 26.03.2005 wurde die Vorstandschaft des Fördervereins komplett neu ewählt.
Erstmals übernahm ein passives Mitglied das Amt des 1. Vorstands.
Die Vorstandschaft setzt sich nun wie folgt zusammen:
1. Vorstand: Horst Metzger
2. Vorstand: Alexander von Nordheim
3. Vorstand: Felix Botzenhardt
Schriftführer: Günter von Nordheim
Kassier: Max Metzger.
Im September 2005 musste die Abteilung Trudering wieder zu einer Überlandhilfe in das Voralpengebiet mit dem
neuen LF16/12 um den Landkreis Penzberg ausrücken. Die FF München stellte erneut einen Verband zusammen
und eilte den Kameraden der FF in Bad Heilbrunn zu Hilfe.
Aufgrund starker Regenfälle kam es zu Erdrutschen und Überschwemmungen. Die dortigen Flüsse traten über die
Ufer und überschwemmten ganze Dörfer. Wie 2002 in Ostdeutschland verloren viele Menschen all ihr Hab und Gut.
Um einen Dammbruch zu verhindern und angrenzende Häuser in Bad Heilbrunn zu schützen wurden Notdämme
errichtet und dazu tonnenweise Sandsäcke geschleppt, sowie überschwemmte Bereiche innerhalb der Notdämme
leer gepumpt. Nach zwei Tagen ohne Schlaf kehrte die Abteilung Trudering abgekämpft aber wohlbehalten wieder
nach Trudering zurück.
Am 10.12.2005 wurde unsere Wehr in den Landkreis Ingolstadt zur Unterstützung der dortigen Feuerwehren
gerufen. Eine petrochemische Fabrik war explodiert, mehrere Feuerwehrmänner wurden dabei getötet oder schwer
verletzt und die Löschwasserversorgung war zusammengebrochen. Mit dem SW 2000 und dem SW der FW 7 der
BF München verlegten wir über einen Kilometer eine Wasserförderleitung zum Explosionsort, zur Sicherstellung
der Löschwasserversorgung. Der Brand war nach drei Tagen gelöscht. Der Aufbau der Förderleitung war äußerst
gefährlich, da er an zertrümmerten Gebäudeteilen, Schutt, zerfetzten Metallbehältnissen und an zu explodieren
drohender Wasserstoff- und Treibstofftanks vorbeiführte.
2006 war für die Abteilung Trudering ein sehr arbeitsintensives Jahr. Es begann im Februar mit einem
Überlandeinsatz in Regen im Bayrischen Wald. Starke Schneefälle innerhalb weniger Stunden brachten den
Verkehr zum erliegen, durch die Last des schweren Neuschnees drohten die Dächer vieler Gebäude einzustürzen.
Die Abteilung Trudering beteiligte sich am Kontingent mit mehreren Feuerwehrmännern.
Im März 2006 (05.03. bis 08.03.) brach dann über München eine Schneekatastrophe herein. Tagelange heftigste
Schneefälle brachten das öffentliche Leben nahezu zum erliegen. Bäume brachen unter der Schneelast und
stürzten auf Häuser, Fahrbahnen und Fahrzeuge. Der öffentliche Nahverkehr, besonders der Tram-Verkehr kam
vollständig zum erliegen. Die Abteilung Trudering fuhr vier Tage im Dauereinsatz durch München, befreite Bäume
die von der Schneelast zu brechen drohten vom Schnee, zersägte geknickte Bäume und Äste, räumte
Trambahnschienen im gesamten Stadtgebiet frei, räumte Dächer öffentlicher Gebäude von der Schneelast und
beteiligte sich an der Wiederinbetriebnahme von öffentlichen Einrichtungen wie Obdachlosenasyle und anderen
öffentlichen Heimen, die aufgrund der Schneelast auf den Dächern einsturzgefährdet waren.
Im Juni 2006 fand die Fussball Weltmeisterschaft in Deutschland statt. 6 Spiele wurden auch in München
ausgetragen. Während der Spieltage stellte die Abteilung Trudering im Gerätehaus ihre Fahrzeuge in Bereitschaft,
ebenso waren mehrere Feuerwehrdienstleistende auf diversen Wachen der Berufsfeuerwehr München zur
Unterstützung tätig
Im September folgte der Besuch des Papstes in München. Auch zu diesem Anlass stellte die Abteilung Trudering
seine Fahrzeuge samt Besatzung in Bereitschaft.
2007 begann mit dem Orkan Kyril. 800 Einsätze gab es für die Feuerwehr München abzuarbeiten, auch hier war
die Abteilung Trudering sehr eingebunden.
Im Juni 2007 fand in München die 140 Jahrfeier Feuerwehr München statt. Wie alle Abteilungen der Freiwilligen
Feuerwehr München als auch der Berufsfeuerwehr nahm unsere Abteilung am großen Autokorso in der
Leopold/Ludwigsstrasse teil.
2008 gab es mehrere Zimmerbrände im Einsatzgebiet der Abteilung Trudering. Durch das schnelle Eingreifen
konnte jedoch vermieden werden, das keine Personen zu Schaden kamen. Ebenso Unterstütze die Abteilung die
Absperrmaßnahmen zur Sprengung des AGFA Hochhauses in Giesing.
2010 wurde mal wieder ein neuer Vorstand gewählt. Erster Vorsitzender blieb Horst Metzger, seine Stellvertreter
wurden Lothar Schwiebert und Guido Bischoff.
Seit August 2011 ist nun auch die Abteilung Trudering mit einem neuen Hilfeleistungslöschfahrzeug ausgerüstet,
welches am Tag der offenen Tür durch den geistlichen Rat Herbert Kellermann geweiht wurde.